Sie halten — virtuell — eine Mappe in den Händen. Sieben Blätter, locker zusammengehalten, aus einem Atelier. Die Frau, um die es hier geht, hat das Erklären eher anderen überlassen. Sie malt lieber.
Geboren wurde Laura Hildegard in einer Wildnis, die dunkel ist und weit. Familie trat vor ihre entzückenden Augen — und mit ihr die Abgründe, die sich später als familiäres Schlüsselerlebnis entpuppen sollten. Solche Leute, sagt sie, wissen, wann sie sich trollen sollen.
Im zarten Alter wurde sie von einem noch zärtlicheren Alten in eine andere Gegend geführt. Den Rest erledigte er durch den Bau einer grandios heissen Sauna. Sie hat ihn dann gleich geheiratet.
Ein Wilkesmann und zwei Wilkesfrauen später ist Mama Laura geblieben, was sie war: eine Ausnahmekünstlerin. Kälte stört sie nicht. Sie kennt sie.
Was Sie auf den nächsten Blättern sehen werden, ist ein Auszug. Ein paar Gemälde — gespachtelt, gedruckt, geschraubt, gehängt, gezeichnet, geschneidert oder gemalt. Ein paar Postkarten aus dem Atelier, in kleiner Auflage, jede mit Werknummer. Und am Ende, ganz hinten, eine Karte mit einer Adresse.
Falls Sie eines der Werke ins Wohnzimmer hängen möchten: schreiben Sie. Sie hat stets Grosses vor. Und hängt es dann an Wände und in Räume.
Sie geht dann meist in den Hintergrund und brütet ihre nächsten Projekte aus.
Acht Karten — verschickt, behalten, neu gefunden. Auf der Vorderseite jeweils ein Werk, oben rechts die Werknummer aus dem Atelier-Verzeichnis. Reihenfolge: keine.
Ihr Gestaltungsdrang macht weder vor der Kochkunst noch vor Modekreationen halt. Materialien interessieren sie wenig — wichtig ist, was rauskommt. Hier eine Liste, in der Reihenfolge, in der die Verben einfielen. Manche wurden später ausgetauscht.